pm 11/01: Humanismus, Bürgerrechte, Friedensarbeit – HU richtet Diskussionskreis ein

Nach den Terroranschlägen vom 11. September sind auch in Deutschland die Bürgerrechte bedroht. Den Großteil der Freiheitseinschränkungen des sogenannten „Anti-Terror-Pakets 2“ – nach Bundesinnenminister Otto Schily auch kurz als „Otto-Katalog“ tituliert – lehnt die Humanistische Union ab. Erschreckt ist die Bürgerrechtsorganisation über den Meinungsdruck, dem Kritiker dieser Gesetzentwürfe wie auch nachdenkliche Äußerungen zur Rolle der US-Politik ausgesetzt sind. Deswegen richtet der HU-Ortsverband einen Diskussionskreis ein, der eine offene Debatte über alle Aspekte von Humanismus, Bürgerrechten und Friedensarbeit ermöglichen soll.
Zum Leiter dieses Arbeitskreises „Humanismus, Bürgerechte, Friedensarbeit“ (HBF) bestimmte die Mitgliederversammlung des HU-Ortsverbands Marburg den Bad Endbacher Rentner Hans Rink. Stattfinden sollen die Debatten vorwiegend über eine Mailing-Liste im Internet. Teilnehmen können alle Interessierten, indem sie sich per e-Mail an die Adresse „hbf at hu-marburg.de“ wenden. Der Leiter des Diskussionskreises trägt ihre Mail-Adressen dann in die Liste ein und eröffnet ihnen damit alle Teilnahmerechte.
Von dem neuen Gesprächskreis erhoffen sich die Marburger Bürgerrechtler eine breit angelegte Debatte der Hintergründe und Folgen des Terrors. „Die furchtbaren Anschläge dürfen nicht zur Terrorisierung von Minderheiten oder Andersdenkenden führen“, mahnt Franz-Josef Hanke. Der HU-Ortsvorsitzende spricht sich entschieden gegen die geplanten Regelanfragen beim Verfassungsschutz wie auch gegen Ausweitungen von Datenerfassungen aus. Der HU-Ortsverband hält den Einsatz von Splitterbomben für kein Mittel der Terroristenbekämpfung. Die Bürgerrechtler sprechen sich vielmehr für ein internationales Tribunal aus, das notfalls auch über eigene Polizeikräfte verfügen sollte. „Terroristen“ – so Hanke – „müssen festgenommen und vor Gericht gestellt werden. Aber man darf den Terror nicht auf Unschuldige ausweiten!“
Ihre Diskussion über humanistische Positionen auch zu kulturellen Identitätsfragen möchte die HU mit einer Vortragsveranstaltung am 29. Januar 2002 beginnen. Der Marburger Philosoph Dr. Joachim Kahl referiert am letzten Dienstag im Januar über das Thema „Deutschtum, Europäertum, Weltbürgertum – drei konzentrische Kreise politischer Identität – Leitideen zur Leitkultur“.
Zur Teilnahme an den Diskussionen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Dragan Pavlovic

Über dp

Pressesprecher der HU Marburg

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