Bombardierung und Beschuss beenden, Leben und Umwelt schützen! – Handzettel zur Mahnwache am Mittwoch (12. August)

Seit nunmehr drei Wochen bombardieren israelische Kampfflieger den Libanon. Raketen der islamistischen Terror-Organisation Hisbollah beschießen Dörfer und Städte in Israel.
Seit dem Beginn der Kampfhandlungen am 12. Juli sind im Libanon mehr als 600 Menschen umgekommen. Israel beklagt rund 50 Tote.
Mehr als ein Drittel der Opfer sind Kinder. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat vorgerechnet, dass in diesem Krieg auf beiden Seiten mehr Kinder umgekommen sind als Kämpfer!
Annähernd 800.000 Menschen sind zur Zeit auf der Flucht vor diesem Krieg. Viele sitzen aber auch im Südlibanon fest und trauen sich wegen der anhaltenden Kampfhandlungen nicht, ihre Dörfer zu verlassen. Schließlich sind die meisten Straßen und Brücken dort zerstört.
Im libanesischen Dorf Kana starben 60 Personen bei einem einzigen Bomber-Angriff. 27 davon waren Kinder!
Dem Mittelmeer droht die größte Umweltkatastrophe seit Menschengedenken. Nach der Bombardierung eines Kraftwerks sind 35.000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. 80 Kilometer Strand – ein Drittel der libanesischen Küste – sind bereits verseucht!
Der Direktor des UN-Umweltprogramms Achim Steiner hat heute morgen im Hessischen Rundfunk (HR) beklagt, dass die Vereinten Nationen (UN) keinen sicheren Zugang zum Ort dieses gefährlichen Geschehens erhalten. Die “in solchen Fällen üblichen“ Kapazitäten der UN und der Europäischen Union (EU) stünden bereit. Sie könnten aber wegen der Kampfhandlungen nicht mit der Eindämmung des Ölteppichs beginnen.
Menschen und Natur zählen nichts im Krieg. Sie sind nur entweder „Material“ zur Kriegsführung, mögliche „Kollateralschäden“ oder „Ziele“.
Diesem furchtbaren Geschehen sieht die Weltöffentlichkeit mehr oder weniger taten- und hilflos zu.
Nach der Ermordung von vier unbewaffneten UN-Blauhelmen durch einen israelischen Bomber-Angriff hat die US-Regierung eine scharfe Verurteilung dieses Völkerrechtsbruchs im UN-Sicherheitsrat verhindert.
Kriegsverbrechen geschehen in diesem Konflikt sowohl durch die israelische Armee, die wehrlose und unschuldige Menschen im Libanon bombardiert, als auch durch die Hisbollah, die Zivilisten in Israel mit Katjuscha-Raketen beschießt.
Zu alledem wollen wir nicht schweigen:
Wir gedenken der Toten und Verwundeten auf allen Seiten.
Wir sind betrübt über die Verletzungen an Leib und Seele, die den Hass beider Seiten aufeinander nur noch auf Jahre hinaus zementieren werden.
Wir trauern mit den Hinterbliebenen.
Wir hoffen mit den Kriegsflüchtlingen und all denen, die irgendwo im Kampfgebiet immer noch um ihr eigenes Leben und das ihrer Lieben bangen.
Wir erinnern auch an die seelischen Verwundungen der Kampfpiloten, die bis zu ihrem Lebensende mit der schrecklichen Schuld werden umgehen müssen, hilflose Menschen ermordet zu haben.
Wir sind schockiert über die Zerstörungen an der Infrastruktur, die eine notwendige Lebensgrundlage für die Menschen bildet.
Wir sind empört über die Umweltzerstörungen und ihre nicht wiedergutmachbaren Folgen.
Wir sind entsetzt über die sich ständig steigernde gegenseitige Gewalt.
Wir fordern alle Beteiligten auf, die Kampfhandlungen sofort und uneingeschränkt zu einzustellen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, alle ihr zur Verfügung stehenden diplomatischen Mittel zur Lösung dieses Konflikts unverzüglich und umfassend zu nutzen.
Ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten bedingt die Anerkennung des Existenzrechts Israels ebenso wie einen souveränen palästinensischen Staat. Jedes weitere Bombardement erschwert einen solchen Frieden nachhaltig!
Deswegen müssen alle Seiten sofort jegliche Bombardierung und jeden Beschuss bedingungslos beenden!

HU-Arbeitskreis Frieden

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