Eindrücke von der HU-Mahnwache „Kein Fußbreit den Nazis! – Bericht von einer der Aktionen am Samstag (26. August)

Die Mahnwache der Humanistischen Union (HU) vor dem Marburger Hauptbahnhof am Samstag (26. August) unter dem Motto „Kein Fußbreit den Nazis!“ ist recht gut gelaufen. Wir waren knapp zehn Leute.Pünktlich um 10 Uhr haben wir angefangen.
Diese Aktion war eine von insgesamt 16 Kundgebungen und Mahnwachen, mit denen sich das Marburger „Bündnis gegen Rechts“ gegen einen geplanten Nazi-Aufmarsch in Marburg gewehrt hat. Um 11 Uhr hat dazu auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz vor der Mensa eine Kundgebung stattgefunden. Dort haben der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel, Eva Gottschalt von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN-BdA), Pfarrer Ulrich Wendel von der freikirchlichen Ufer-Kirchenngemeinde, Sabrina Schelletter von der DGB-Jugend und Hanna Schäfer von der studentischen Gruppe D.I.S.S.I.D.E.N.T. gesprochen.
Kurz vor 11 Uhr sind auch einige der HU-Aktiven zum Elisabeth-Blochmann-Platz gegangen. Die übrigen haben bis kurz vor 12 Uhr gestanden, bevor sich die Mahnwache dann aufgelöst hat.
Einige sind dann noch zum Südbahnhof weitergezogen, wo aber nichts mehr los war. Angesichts der zahlenmäßigen Übermacht der Gegendemonstranten hatte der Nazi-Veranstalter es vorgezogen, seine Kundgebung gleich nach Beginn wieder aufzulösen.
Bei der HU-mahnwache hatten wir sehr viele – überwiegend gute – Gespräche mit Passanten und Reisenden. Eine Person hat sich spontan zu uns gestellt und unsere Plakate hochgehalten.
Es waren aber auch ein paar offensichtliche Nazis unterwegs. Einer hat mit jemandem aus unserer Gruppe diskutiert, war dabei aber freundlich. Ein anderer
Diskutant hat sich zwar immer von den Nazis distanziert, aber Positionen vertreten wie „die Russland-Deutschen nutzen unsere Sozial-Systeme aus, ohne etwas
dazu beigetragen zu haben. Das müssen wir beseitigen!“
Viele haben sich aber gefreut, dass wir da waren.
Auch haben wir fünf oder sechs Leute zur Kundgebung oder dem südbahnhof weiterverwiesen.
Bedrückend waren die Erlebnisse von Dr. Ulrich Brosa in der vorangegangenen Nacht. Ein Angreifer hatte die Scheibe seiner Haustür eingeschlagen. Davon berichtete er uns noch ganz unter dem Eindruck dieser Attacke.

Franz-Josef Hanke

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