Bottroper Block – gewürdigt Kasi Fantasi feierte 50. Geburtstag

Seinen 50. Geburtstag hat Kasi Fantasi in Berlin gefeiert. Vor allem in den frühen 80er Jahren hat der damalige Jura-Student in Marburg die alternative Szene im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) maßgeblich mit geprägt.
Als Antwort auf die Rechthaberei der unterschiedlichen K-Gruppen Ende der 70er Jahre hat Kasi den „Bottroper Block“ gegründet. Eine schwarze Fahne mit weißem „B“ darauf war das Markenzeichen dieser Sponti-„Organisation“.

Auf Kasis Geburtstag kamen einige Geschichten rund um den Bottroper Block zur Sprache. Gratulanten erinnerten sich an die Aktivitäten von Kasi und seinem „Bottroper Block“.

1984 und 1985 unterzeichnete der „Bottroper Block bundesweit“ Aufrufe zu Aktionen und andere politische Dokumente. Niemals hat er dabei verschwiegen, dass er nur aus zwei Personen bestand.

Offen angegeben hat er es natürlich auch nicht. Aber so manche K-Gruppe war trotz gigantomanischen Gehabes wohl auch nur unwesentlich größer.
Bald fungierte die schwarze Fahne mit dem weißen „B“ darauf als Erkennungszeichen der Marburger Teilnehmer bei bundesweiten Demonstrationen. Auch Kasis phantasievolle Berichte über Treffen der Bundes-ASten-Konferenz und andere politische Ereignisse machten bundesweit Schule.

Nach dem Abschluss seines Studiums zog Kasi nach Berlin. Dort machte er seine 2. Staatsprüfung als Jurist. Seither lebt er im Arbeiter-Kiez „Wedding“.
Um sich geschart hat Kasi eine kleine Gruppe ehemaliger Marburger GBALer. Die von Frank Schwalba-Hoth 1980 gegründete Grün-Bunt-Alternative Liste (GBAL) hatte in den frühen 80er Jahren die Mehrheit im AStA Marburg.

Als Die Grünen in Marburg 1999 nach dem Beginn des Kosowo-Kriegs von der Polizei Protestierer aus ihrer Geschäftsstelle an der Frankfurter Straße hinausräumen ließen, erhielt der damalige Grünen-Vorstand Dr. Franz Kahle von seinen früheren GBAL-Weggefährten in Berlin eine ordentlich ausgefertigte Urkunde. Sie würdigte den „ehemaligen Kriegsdienstverweigerer“ als „entschiedenen Kämpfer für das Kosowo“. Den heutigen Bürgermeister habe diese Kritik seiner alten Mitstreiter wesentlich tiefer getroffen als manch andere Äußerung, berichtete ein Gratulant.

Zum Gratulieren gekommen waren auch einige Kinder mit ihren Eltern. Für die Kinder hatte das Geburtstagskind den Nikolaus eingeladen.
Als der Nikolaus die Kinder fragte, wer denn ein Gedicht aufsagen könne, meldete sich Kasis Patenkind: „Ich!“ Als der Nikolaus das Gedicht dann aber hören wollte, schwieg der zweijährige Junge. Natürlich kannte er kein Gedicht.

Dennoch erhielt er vom Nikolaus etwas Süßes. Daraufhin forderte sein Vater den Kleinen auf, sich beim Nikolaus zu bedanken: „Na, was sagt man denn?“
Schallendes Gelächter der Erwachsenen war die Reaktion auf die Antwort des zweijährigen Patenkinds. Er hatte nur gerufen: „Mehr!“

Dieser Junge passt zu seinem Patenonkel. Auch Kasi ist immer für unerwartete witzige Sprüche gut.

Franz-Josef Hanke

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