Nie wieder Faschismus? – Überlegungen zum 8. Mai

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ Das schworen sich die Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zum Jahrestag des Kriegsendes am 5. Mai muss man sich allerdings fragen, ob diese Lehre aus dem Faschismus heute überhaupt noch etwas gilt.

In Afghanistan sterben deutsche Soldaten bei einem Krieg in einem weit entfernten Land. Angeblich kämpfen sie dort für eine gerechte Sache.

„Demokratie“ nennen die Verantwortlichen als Grund für diesen Einsatz. Zudem wolle man dem Land am Hindukusch bei seiner Entwicklung helfen.

Edle Beweggründe werden indes bei jedem Krieg als Grund für den Einsatz der eigenen Armee angegeben. Doch jeder Krieg bewirkt zwangsläufig auch Veränderungen in den beteiligten Ländern, die teilweise auch Elemente von faschistoiden strukturen enthalten.

„Das erste Opfer des Kriegs ist die Wahrheit“, lautet ein bekannter Spruch. Kriegspropaganda ist fast immer Bestandteil der Kriegsführung. Schließlich soll die Bevölkerung in den beteiligten Ländern für die Kriegsziele gewonnen und der „Feind“ über militärische Aktionen im Ungewissen gehalten werden.

Kritik am Krieg betrachten die Militärs als „Wehrkraftzersetzung“. Insofern droht mit Beginn der Kampfhandlungen zugleich eine Einschränkung demokratischer Rechte.
Das Kriegsziel heiligt die Mittel. Jedenfalls sind kriegsführende Armeen nicht zimperlich, wenn Zivilisten ihren kriegerischen Aktionen in die Quere kommen.

Am allerschlimmsten aber ist das Feindbild, das die kriegführenden Armeen aufbauen. Die „Kämpfer“ des „Feinds“ erklären sie implizit zu „lebensunwertem Leben“. Jedenfalls rechtfertigen sie deren Tötung ohne Ansehen der Person.All das sind faschistoide Strukturen, die mit der Kriegsführung beinahe automatisch einhergehen. Wenn deutsche Soldaten am Hindukusch sterben, um dem Land einen sehr zweifelhaften „Fortschritt“ zu bringen, dann widerspricht dieser Einsatz ganz zweifelsfrei dem Versprechen der Kriegsgeneration: „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“

Franz-Josef Hanke

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