pm 19/10: Marburg 1a statt Stuttgart 21 – HU

Gegen die Polizeigewalt zur Durchsetzung des umweltfeindlichen Mammut-Projekts „Stuttgart 21“ wenden sich Marburgerinnen und Marburger am Samstag (2. Oktober) mit einer Mahnwache vor dem Marburger Hauptbahnhof. Sie soll dort um 18 Uhr beginnen.

Die Humanistische Union ((HU) unterstützt diese Aktion gegen das undemokratische Verhalten der baden-württembergischen Landesregierung und der Stuttgarter Polizei. Im Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray gegen Kinder und Jugendliche, Familien und alte Menschen sieht der HU-Ortsverband Marburg einen brutalen Ausdruck menschenverachtender Rechthaberei. „Mit Demokratie hat das rein gar nichts mehr zu tun“, bekundete der Marburger HU-Vorsitzende Dragan Pavlovic am Freitag (1. Oktober). „Hier werden die Interessen gigantischer Baulöwen gegen die Bevölkerung und die Natur durchgedrückt.“

Die mehrere Milliarden teure Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs in den Untergrund werde der Deutschen Bahn AG Gelder entziehen, die sie für den Ausbau einer flächendeckenden Versorgung mit Regionalzügen dringend benötigte. Um solche Saurier-Projekte zu finanzieren, habe die DBAG beispielsweise auch die IC-Verbindung zwischen Frankfurt und Kassel zeitlich verschoben, um so durch sinkende Fahrgastzahlen aufgrund der schlechteren Fahrzeiten einen Vorwand für ihre Einstellung zu bekommen.

Die umwelt- und menschenfeindliche Geschäftspolitik der DBAG und die Law-and-Order-Verzweiflungstaten baden-württembergischer Landespolitiker könne man anscheinend nicht mehr anders als mit Polizeiknüppeln, wasserwerfern und Pfefferspray durchsetzen, argwöhnte Pavlovic. Dabei seien den Verantwortlichen die Umwelt und die Gesundheit der Menschen offenbar weitaus weniger wichtig als ihre vernichtenden Prestige-Projekte.

Der HU-Ortsverband Marburg hält die Spontan-Aktion am Marburger Hauptbahnhof für eine passende Antwort auf die „Prügel-Bahn“. Pavlovic zeigte sich irritiert darüber, dass die DBAG „Kundenfreundlichkeit mit Hilfe von Wasserwerfern und gepfefferten Rechnungen der besonderen Art“ zeige.

Franz-Josef Hanke

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