Ein Leuchtfeuer-Orden für Egon Vaupel – Begrüßungsrede von Franz-Josef Hanke zur Feierstunde am 8. Mai 2015

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Dr. Spies, meine Damen und Herrn, liebe Gäste der Feierstunde, sehr geehrter Herr Professor Selke und – last, but not least – sehr geehrte Frau Hannemann!

Bereits zum elften Mal stehe ich heute hier, um die Besucherinnen und Besucher der Feierstunde im Namen der Humanistischen Union zur Vergabe des Marburger Leuchtfeuers für Soziale Bürgerrechte zu begrüßen. In all den Jahren habe ich mir diese freudvolle Aufgabe mit Herrn Oberbürgermeister Egon Vaupel geteilt, der sich das Leuchtfeuer von Anfang an zu einem Herzensanliegen gemacht hat.

Diesmal wird er allerdings zum letzten Mal als Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg hier am Redepult stehen, weil er sein Amt Ende November aus gesundheitlichen Gründen aufgibt. Für seine tatkräftige Unterstützung möchte ich ihm deshalb hier heute danken:

Lieber Herr Vaupel, Ihr Einsatz für das Leuchtfeuer war und ist ein Leuchtfeuer, das die gesamte Stadt zum Strahlen bringt. Ein Leuchtfeuer ohne Egon Vaupel kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Deshalb freue ich mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind, künftig in der Jury des Marburger Leuchtfeuers mitzuwirken. Zum Dank für Ihre Verbundenheit und Ihr Engagement für die Sozialen Bürgerrechte möchte ich Ihnen nun diesen kleinen „Orden“ verleihen.

Dabei handelt es sich um einen USB-Stick. Auf ihm sind alle Videos gespeichert, die wir von den Preisverleihungen der letzten Jahre aufgezeichnet haben. In einer ruhigen Stunde können Sie sich die Videos anschauen oder sie anderen zeigen.

Der erste Anlass, zu dem Sie Ihre Amtskette als Oberbürgermeister getragen haben, war vor zehn Jahren die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an mich. Ich darf Sie nun bitten, sich diesen Stick umzuhängen als eine Art Leuchtfeuer-Orden.

In Ihrer Amtszeit als Oberbürgermeister haben Sie sich immer fr Soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Dabei standen Sie stellvertretend für eine Haltung, die die Stadtgesellschaft in Marburg mehrheitlich prägt. Deswegen sind Sie auch der Oberbürgermeister der Menschen in Marburg.

Das Wort „Willkommenskultur“ haben Sie mit aktiven Maßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen aufgefüllt. Als Studentinnen eine Demonstration gegen PEGIDA organisiert haben, waren Sie an vorderster Stelle mit dabei bei den 4.500 Demonstrierenden.

Diese Stadt lebt von einer sozialen Grundhaltung, die Sie verkörpern, lieber Herr Vaupel. Dafür möchte ich Ihnen ganz herzlich danken.

Danken möchte ich außerdem Herrn Professor Selke, der gestern einen hervorragenden und wichtigen Vortrag über „Lifelogging“ gehalten hat. Zusammenfassen könnte ich ihn in der Beobachtung, dass die Maschinen immer menschenähnlicher werden, während Menschen immer mehr werden sollen wie Maschinen. Kein Platz bleibt da mehr für Fehler, obwohl der Mensch zwangsläufig Fehler hat.

Auch ich bin so ein „Fehler“. Doch gerade meine Behinderung fordert mich heraus, meine Stärken zu entwickeln und auch die Solidarität als menschliche Stärke zu erleben.

Nun aber, liebe Frau Hannemann, kommen wir zu Ihnen als der Hauptperson des heutigen Tages. Die Reden über Sie möchte ich indes Anderen überlassen, die das gewiss besser machen werden als ich. Hier freue ich mich ganz besonders auf die Laudatio von Herrn Selke.

Bevor er jedoch an der Reihe ist, übergebe ich zunächst an Herrn Oberbrgermeister Vaupel. Lieber Herr Vaupel, haben Sie ganz herzlichen Dank für die Unterstützung für das Marburger Leuchtfeuer!

Franz-Josef Hanke

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