Der Zusammenhang von Freiheitsrechten und dem Ausstieg aus der Atomenergie – Franz-Josef Hanke sprach auf Anti-Atom-Demo

„Abschalten, und zwar jetzt und zwar alle und für immer“, skandierten Demonstrierende am Montag (9. Mai) in der Marburger Innenstadt. Bereits zum achten Mal richtete das Anti-Atom-Plenum Marburg (AAM) damit seinen allwöchentlichen Marburger Montagsspaziergang gegen Atomkraft aus. Auch dieses Mal bewegte sich der Zug der AKW-Gegner ausgehend vom Elisabeth-Blochmann-Platz über die Weidenhäuser Brücke, den Rudolphsplatz, die Universitätsstraße und die obere Gutenbergstraße über die Barfüßerstraße bis hin zum Marktplatz.

Vor schätzungsweise 350 Teilnehmern fand dort die Abschlusskundgebung statt. Auftakt dieser Veranstaltung unter strahlend blauem Himmel war eine Rede von Franz-Josef Hanke. Er ist stellvertretender Vorsitzender des HU-Ortsverbands Marburg

Im Mittelpunkt seiner zwölfminütigen – mehrfach durch Beifall unterbrochenen – Rede stand der Zusammenhang von Freiheitsrechten und dem Ausstieg aus der Atomenergie sowie zwischen ihrer militärischen und friedlichen Nutzung. Aus der Perspektive des Bürgerrechtlers kam insbesondere der demokratische Aspekt der Anti-AKW-Bewegung zur Sprache.

Hanke erinnerte an seinen Namensvetter Franz-Josef Strauß, der 1962 durch die sogenannte „Spiegel-Affäre“ Aufsehen erregte. Der ehemalige Atomminister und spätere Verteidigungsminister ließ damals Spiegel-Redakteure kurzerhand verhaften, nachdem sie Kritik an seinen korrupten Rüstungsgeschäften geäußert hatten.

Lügen und die Unterdrückung unangenehmer Wahrheiten seien in der Atompolitik auch heute noch zu befürchten, vermutete Hanke. Er erwähnte auch Robert Jungk, der in seinem Buch „Der Atomstaat“ darauf hingewiesen hatte, dass eine Bewachung der gefährlichen Atomanlagen einen regelrechten Polizeistaat zur Folge haben müsste.

Nicht unerwähnt blieb auch die Rolle der Medien. Deren Einfluss ist es zuzuschreiben, dass sich die Zahl der Demonstrierenden gegenüber den ersten Malen ständig verringert habe. Am Anfang der Anti-Atom-Proteste bei den Montagsdemonstrationen waren noch weit über 1.000 Teilnehmer gezählt worden.

Großen Anklang fand auch der nächste Veranstaltungspunkt. die Liedermacherin Beate Lambert gab ihren Rap „Abschalten“ und – in deutscher Adaption des Queen-Songs „We are the champions“ – das Lied „Wir sind die Menschen“ zum Besten.

Die Veranstaltung endete mit der musikalischen Darbietung eines Kindes. Schließlich sind es ja auch die Kinder, für deren Zukunft die Demonstrierenden auf die Straße gehen.

Sabine Ferber

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